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Corporate Design Beispiele: Vorbilder und Regeln für KMU

Echte Corporate Design Beispiele von Hochschule, Bahn und Land, erklärt für KMU: Logo, Farben, Schrift, Bildsprache und ein Styleguide, der im Alltag hält.

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Auf einen Blick

Corporate Design ist das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens: Logo, Farben, Schriften, Bildsprache und Regeln für ihren Einsatz. Gute Beispiele wie die Uni Marburg oder die Deutsche Bahn zeigen ein festes System statt Einzelstücke. Kleine Betriebe brauchen dasselbe Prinzip im kleinen Format: wenige klare Elemente und ein kurzer Styleguide.

Farbmuster, Visitenkarten und Briefpapier in einheitlicher Gestaltung auf einem Holztisch
Bildquelle: Redaktion Webdesign Fachjournal · Owned

Gute Corporate Design Beispiele zeigen vor allem eines: Ein starkes Erscheinungsbild ist ein System, kein einzelnes Logo. Hochschulen, Verkehrsunternehmen und Behörden legen fest, welche Farben, Schriften und Bilder sie nutzen und wann. Dieser Beitrag stellt solche Vorbilder vor und übersetzt sie für kleine Betriebe, Handwerk und Selbstständige im Harz. Am Ende steht ein Mini-Styleguide, den Sie direkt übernehmen können.

Das Wichtigste in Kürze: Corporate Design ist der sichtbare Teil der Unternehmensidentität. Es umfasst Logo, Farben, Schrift, Bildsprache und feste Regeln. Große Organisationen dokumentieren diese Regeln in Handbüchern. Kleine Betriebe brauchen dasselbe Prinzip in kurz: wenige Elemente, klare Varianten und eine Seite mit Regeln für alle, die mit dem Auftritt arbeiten.

Was ist Corporate Design?

Corporate Design ist das einheitliche visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens. Es umfasst alle gestalteten Elemente, mit denen ein Betrieb nach außen und innen auftritt. Es ist der sichtbare Teil der Corporate Identity. Wie sich beide Begriffe unterscheiden, erklärt der Beitrag zur Corporate Identity Definition.

Das Typolexikon von Wolfgang Beinert zählt viele Grundelemente auf. Dazu gehören Wort-Bild-Marke, Typografie, Farben, Bilder, Produktdesign, Architektur, Arbeitskleidung, Materialien und Gestaltungsrichtlinien. Für kleine Betriebe sind nicht alle davon wichtig. Doch die Liste zeigt, wie weit Corporate Design reicht: vom Briefkopf bis zur Fassade.

Die fünf Säulen eines professionellen Corporate Designs

Für KMU reichen meist fünf Bausteine. Sie bilden zusammen ein System:

SäuleWas sie festlegtBeispiel im Handwerk
LogoWort-Bild-Marke und ihre VariantenZeichen auf Fahrzeug, Website, Stempel
FarbenHaupt-, Neben- und AkzentfarbenBlau für Schrift, Orange für Hinweise
TypografieSchriften und Hierarchieeine Schrift für Überschriften, eine für Text
BildspracheMotive, Licht, Perspektiveechte Fotos aus Werkstatt und Baustelle
GestaltungsregelnAbstände, Raster, VorlagenVorlage für Angebote und Social-Media-Posts

Corporate Design Beispiele aus der Praxis

Die folgenden Beispiele stammen von Organisationen, die ihre Regeln öffentlich zeigen. Sie sind größer als ein Handwerksbetrieb. Doch ihre Prinzipien lassen sich gut übertragen.

Beispiel 1: Philipps-Universität Marburg, ein klares Farbsystem

Die Universität Marburg veröffentlicht ihr Farbsystem in einem CD-Portal. Es gibt Primärfarben wie Primärblau, Dunkelblau, Schwarz und Weiß. Hinzu kommen sieben Sekundärfarben, etwa Gletscherblau, Flieder oder Tannengrün. Das Primärblau ist genau definiert, mit dem Wert #004899.

Bemerkenswert ist ein weiterer Punkt. Die Hochschule hat alle Farben auf barrierearme Gestaltung geprüft. Ziel ist laut Portal „optimale Lesbarkeit und Zugänglichkeit“. Das Portal zeigt auch, welche Kombinationen aus Logo, Schrift und Hintergrund zugänglich sind.

Was KMU daraus lernen: Legen Sie Ihre Farben mit genauen Werten fest. Trennen Sie Hauptfarben von Nebenfarben. Prüfen Sie, ob Text auf Ihren Farben gut lesbar ist.

Beispiel 2: Deutsche Bahn, eine eigene Schriftfamilie

Die Deutsche Bahn nutzt eine eigene Schriftfamilie namens DB Type. Laut DB Marketingportal gehören dazu unter anderem DB Head, DB Sans, DB Serif, DB News, DB Office und DB Plan. Die Schriften sind exklusiv für die Unternehmen des DB-Konzerns. Mitarbeitende erhalten sie kostenfrei. Externe Dienstleister zahlen eine Lizenz an den Schriftenhersteller URW++ und dürfen die Schriften nur im Auftrag nutzen.

Was KMU daraus lernen: Eine eigene Schrift ist für kleine Betriebe kaum nötig. Wichtig ist aber das Prinzip dahinter. Jede Schrift hat eine klare Aufgabe, etwa für Überschriften, Fließtext oder Pläne. Achten Sie außerdem auf Lizenzen. Nicht jede Schrift darf auf Website, Fahrzeug und Drucksachen frei genutzt werden.

Beispiel 3: Land Brandenburg, ein Styleguide für das Netz

Das Land Brandenburg hat einen öffentlichen Styleguide für seine Websites. Er wurde 2015/2016 entwickelt und liegt in Version 2.7 vor. Die Kapitel reichen von der Einführung über Gestaltungsmittel und Strukturelemente bis zu Beispielseiten. Eigene Abschnitte behandeln die Wort-Bild-Marke und Themenlogos. Nutzer können zudem eine kontrastreiche Ansicht wählen.

Was KMU daraus lernen: Ein Styleguide ist ein lebendes Dokument. Er bekommt Versionsnummern und wird gepflegt. Beispielseiten helfen mehr als lange Verbotslisten.

Beispiel 4: Ein Betrieb aus der Region, als Denkmodell

Ein Beispiel zum Nachdenken zeigt die Übertragung. Eine Zimmerei im Harz wählt ein dunkles Grün als Hauptfarbe und ein warmes Holzbraun als Akzent. Dazu kommt eine gut lesbare, serifenlose Schrift. Das Logo gibt es in drei Varianten: farbig, schwarz und weiß für dunkle Flächen. Alle Fotos zeigen echte Projekte bei Tageslicht. Eine Vorlage für Angebote und eine für Social-Media-Posts sorgen dafür, dass alles zusammenpasst.

Das Logo: Flexibilität für alle Medien

Das Logo ist das bekannteste Element. Es muss aber auf vielen Flächen funktionieren: auf der Website, im Briefkopf, auf dem Transporter und als kleines Profilbild. Laut einem Ratgeber von Bohlen Design braucht ein Logo deshalb Varianten. Dazu zählen Versionen für helle und dunkle Hintergründe, eine kompakte Form für kleine Flächen und eine feste Schutzzone ringsum.

Eine sinnvolle Grundausstattung sieht so aus:

  • Hauptlogo: die vollständige Wort-Bild-Marke in Farbe,
  • Negativversion: für dunkle Hintergründe,
  • Einfarbige Version: für Stempel, Gravur oder Fax,
  • Kompaktform: nur das Bildzeichen, etwa als Profilbild,
  • Schutzzone: ein fester Freiraum, den kein anderes Element betritt.

Lassen Sie sich das Logo zudem in Dateiformaten für Druck und Bildschirm liefern. So kann jede Druckerei und jeder Webentwickler damit arbeiten.

Farbkonzept: Wirkung und System

Farben wirken, aber nicht überall gleich. Laut einem Ratgeber von VistaPrint wird Blau oft mit Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit verbunden. In der Gastronomie gilt Blau dagegen als appetitdämpfend. Grün steht laut demselben Ratgeber für Natur und Verantwortung für die Umwelt.

Wichtiger als die Wirkung einzelner Farben ist das System. Bohlen Design rät, neben den Hauptfarben auch Neutral-, Akzent- und Funktionsfarben festzulegen. Entscheidend sei die Regel, wann welche Farbe zum Einsatz kommt.

Kontrast und Lesbarkeit prüfen

Schöne Farben nützen wenig, wenn Text darauf schwer lesbar ist. Die Richtlinien des W3C nennen ein Mindestkontrastverhältnis von 4,5 zu 1 für normalen Text. Für großen Text reichen 3 zu 1. Text, der Teil eines Logos ist, ist davon ausgenommen. Für Website und Drucksachen sollten Sie diese Werte trotzdem im Blick behalten. Wie Seiten auf allen Geräten gut lesbar bleiben, erklärt der Beitrag zu Responsive Webdesign.

Typografie und Bildsprache

Bei der Schrift zählen drei Punkte: Sie passt zur Positionierung, ist gut lesbar und leicht verfügbar. So beschreibt es Bohlen Design. Dazu gehört eine klare Hierarchie für Überschriften, Fließtext und Hervorhebungen. Zwei Schriften reichen meist völlig aus.

Die Bildsprache legt Motive, Perspektiven und Licht fest. Echte Fotos aus dem eigenen Betrieb zeigen dabei, wie die Arbeit wirklich aussieht. Wie Sie ein Shooting planen und Nutzungsrechte klären, zeigt der Ratgeber Fotografie für Unternehmen. Für fremde Bilder gilt die Pflicht zur Nennung, mehr dazu auf der Seite zum Bildnachweis.

Der Styleguide: das Regelwerk für die Praxis

Ein Styleguide ist ein Handbuch mit allen Gestaltungsregeln eines Unternehmens. Er sorgt dafür, dass alle Beteiligten das Design gleich anwenden: Mitarbeitende, Druckereien, Webentwickler und Agenturen. Bohlen Design empfiehlt einen praxisnahen Leitfaden mit konkreten Beispielen statt einer reinen Verbotsliste.

Mini-Styleguide für kleine Betriebe

Ein kleiner Betrieb braucht kein Handbuch mit hundert Seiten. Diese Gliederung passt auf wenige Seiten:

KapitelInhalt
LogoVarianten, Mindestgröße, Schutzzone, Beispiele für falschen Einsatz
FarbenFarbwerte für Druck und Bildschirm, Regeln für Akzentfarben
SchriftSchriften, Größen, Hierarchie, Lizenz
BilderMotive, Licht, Bildausschnitt, Bildnachweis
VorlagenAngebot, Rechnung, E-Mail-Signatur, Social-Media-Post
AnwendungenFahrzeug, Arbeitskleidung, Schilder, Messestand

Vorlagen für den Alltag

Viele Fehler entstehen erst im Alltag, nicht beim Logo. Bohlen Design nennt Vorlagen für Präsentationen, Angebote, Geschäftspapiere, Social-Media-Posts, E-Mail-Signaturen, Broschüren und Messestände. Wer diese einmal sauber anlegt, spart später Zeit. Jeder Brief und jeder Post sieht dann automatisch richtig aus. Für die Planung regelmäßiger Beiträge hilft ein Social Media Marketing Plan.

Qualitätsmerkmale eines funktionalen Designs

Woran erkennen Sie ein gutes Corporate Design? Das Typolexikon nennt mehrere Kriterien. Dazu gehören Aufmerksamkeitswert, Prägnanz, Eigenständigkeit, Wiedererkennungswert, Langlebigkeit, Variationen und Ausbaufähigkeit, Ästhetik, Modernität und emotionale Steuerung.

Für die Praxis lassen sich diese Punkte als Fragen stellen:

  1. Fällt der Auftritt auf und bleibt er im Kopf?
  2. Unterscheidet er sich klar von Mitbewerbern in der Region?
  3. Erkennen Kunden den Betrieb auch ohne Namen wieder?
  4. Funktioniert das Design noch in zehn Jahren?
  5. Lässt es sich auf neue Medien und Produkte erweitern?

Kann ein Betrieb die meisten Fragen mit Ja beantworten, ist das Design auf einem guten Weg.

Wann sich ein Redesign lohnt

Bohlen Design nennt typische Anlässe für eine Überarbeitung. Dazu zählen deutliche Änderungen im Angebot, bei der Zielgruppe oder bei der Unternehmensgröße. Auch wenn der Auftritt nicht mehr zur Qualität der Leistung passt, ist es Zeit. Ein Redesign betrifft oft auch die Website. Was dafür einzuplanen ist, erklärt der Beitrag zu den Webdesign Kosten.

In sechs Schritten zum eigenen Corporate Design

Wer ein neues Erscheinungsbild plant, geht am besten in fester Reihenfolge vor. So bleibt der Aufwand überschaubar:

  1. Grundlage klären: Werte, Zielgruppe und Positionierung stehen fest, bevor gestaltet wird.
  2. Bestand sichten: Sammeln Sie alles, was es schon gibt, zum Beispiel Briefpapier, Website, Schilder und Fahrzeuge.
  3. Logo entwickeln oder überarbeiten: mit allen Varianten von Anfang an.
  4. Farben und Schriften festlegen: mit genauen Werten und klaren Rollen.
  5. Vorlagen bauen: für alles, was häufig gebraucht wird.
  6. Regeln aufschreiben: im Mini-Styleguide, mit Beispielen.

Ein Beispiel: Ein Malerbetrieb hat drei verschiedene Logos im Umlauf. Eines steht auf dem alten Transporter, eines auf der Website, eines auf den Rechnungen. Im zweiten Schritt fällt das auf. Danach gibt es nur noch eine Version mit festen Varianten.

Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden

Viele Betriebe investieren in ein gutes Logo und verlieren die Wirkung im Alltag wieder. Typische Fehler sind:

  • Zu viele Farben: Jede Abteilung nutzt eigene Töne. Legen Sie eine kleine Palette fest.
  • Wechselnde Schriften: Angebote in einer Schrift, Website in einer anderen. Bestimmen Sie zwei Schriften für alles.
  • Verzerrte Logos: Das Logo wird gestaucht oder gestreckt. Geben Sie fertige Dateien in allen Varianten heraus.
  • Fremde Bilder ohne Stil: Stockfotos in jeder Bildsprache. Definieren Sie Motive und Licht.
  • Kein Ansprechpartner: Niemand fühlt sich zuständig. Benennen Sie eine Person, die neue Anwendungen prüft.

Diese Punkte klingen einfach. Doch in kleinen Teams fehlt manchmal die Zeit für Regeln. Ein Nachmittag für den Mini-Styleguide zahlt sich hier schnell aus, weil spätere Abstimmungen kürzer werden.

Corporate Design und Online-Auftritt

Das Erscheinungsbild endet nicht beim Druck. Website, Social-Media-Profile und E-Mails gehören dazu. Zum Beispiel sollte das Profilbild auf allen Kanälen dieselbe Kompaktform des Logos zeigen. Auch die Farben der Website folgen den Werten aus dem Styleguide. Wie diese Kanäle in eine Gesamtplanung passen, zeigt die Online Marketing Strategie.

FAQ: Corporate Design Beispiele

Was versteht man unter Corporate Design?

Corporate Design ist das einheitliche Erscheinungsbild eines Unternehmens. Es umfasst Logo, Farben, Schriften, Bildsprache und Regeln für deren Einsatz.

Welche Beispiele gibt es für Corporate Design?

Öffentlich dokumentierte Beispiele sind das Farbsystem der Uni Marburg, die Schriftfamilie DB Type der Deutschen Bahn und der Web-Styleguide des Landes Brandenburg.

Was macht ein Corporate Designer?

Ein Corporate Designer entwickelt das visuelle System eines Unternehmens. Er gestaltet Logo, Farben und Schriften und hält die Regeln in einem Styleguide fest.

Was ist der Unterschied zwischen Corporate Identity und Corporate Design?

Corporate Design ist nur der visuelle Teil. Die Corporate Identity umfasst zusätzlich Kommunikation, Verhalten und Werte.

Welche Merkmale zeichnen ein gutes Logo aus?

Ein gutes Logo ist prägnant, eigenständig und leicht wiederzuerkennen. Es bleibt lange gültig und sollte in allen Größen funktionieren, von der Visitenkarte bis zur Fassade. Prägnanz, Eigenständigkeit, Wiedererkennungswert und Langlebigkeit nennt auch das Typolexikon als Kriterien für das gesamte Corporate Design.

Wie viele Farben braucht ein Corporate Design?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtig ist eine klare Rolle für jede Farbe: Hauptfarbe, Akzent, Neutral- und Funktionsfarben. Kleine Betriebe kommen mit einer übersichtlichen Palette meist am besten zurecht.

Wie die Redaktion dieses Journals arbeitet, erklären die Seite Über uns und das Impressum.

Quellen

  1. Farben - Farben - Corporate Design-Portal - Philipps-Universität Marburg uni-marburg.de
  2. Typography marketingportal.extranet.deutschebahn.com
  3. Corporate Design | Visuelles Erscheinungsbild (CD) typolexikon.de
  4. Understanding Success Criterion 1.4.3: Contrast (Minimum) | WAI | W3C w3.org
  5. Corporate Design für KMU: Was ein professionelles Erscheinungsbild wirklich braucht | Bohlen Design bohlen-design.de
  6. Farbpsychologie für Ihr Marketing | VistaPrint vistaprint.de
  7. Start | Styleguide Brandenburg styleguide.brandenburg.de

Zur Entstehung

Dieser Beitrag stützt sich auf die verlinkten Quellen; die Redaktion hat seine Angaben mit ihnen abgeglichen.

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